Handlungsfelder der Kulturentwicklung in der Stadt Gera

Der bisherige Kulturentwicklungsprozess konzentriert sich auf diese vier zentralen Handlungsfelder:

Handlungsfeld 1

KULTURELLE TEILHABE 2030 –

ÖFFNEN UND MITWIRKEN

Es werden Kooperationsprojekte im Feld der kulturellen Teilhabe und Öffnung gesucht. Welche Ideen für zeitgemäße Projekte zur Öffnung von kulturellen Angeboten, zum aktiven Mitmachen oder z. B. zu partizipativen Kulturprojekten im öffentlichen Raum existieren in Gera? Ein besonderer, aber kein ausschließlicher Fokus wird dabei auf die Zielgruppen der Senioren*innen und der Geflüchteten gelegt:

  • Bereits heute sind ein Drittel der Einwohner*innen Geras über 65 und diese Zielgruppe möchte aktiv am Leben, Vereinen und Kultur- sowie Bildungsangeboten teilnehmen. Wie realisieren wir hier den Zugang und spezifische Angebote?
  • In der Altersgruppe 0–35 Jahre liegt der Anteil an Mitbürger*innen mit ausländischen Wurzeln bei ca. 15 %. Wie sprechen wir diese Zielgruppen an? Wie können kulturelle Angebote entsprechende Erfahrungen und Interessen einbinden?



Handlungsfeld 2

Kommunikation und Sichtbarkeit 2030 – Sehen und gesehen werden

Es werden Ideen und Projekten entwickelt, wie sich die Bürger*innen in Zukunft einfach und vor allem umfassend über das kulturelle Angebot der Stadt informieren und an diesem auch kommunikativ mitwirken können. Es geht darum, Kommunikationskanäle zu etablieren, zu zentralisieren und auch zu digitalisieren. Dafür werden auch der Aufbau und die Pflege eines Kulturverzeichnisses notwendig sein.




Handlungsfeld 3

Kulturmanagement und Kulturförderung 2030 – Koordinieren, kommunizieren und fördern

Eine zeitgemäße Kulturentwicklung braucht eine koordinierende Kulturverwaltung und eine flexible Kulturförderung. Gera besitzt z. B. eine sehr ausgeprägte Vereinsstruktur und es helfen oft kleine Unterstützungen für die Verbesserung des Angebotes und der Motivation der Anbieter. Auch die Stärkung von Kooperationen (s. z. B. die Handlungsfelder 1 und 2) bedarf häufig der Unterstützung, insbesondere im Feld des Koordinations- und Konfliktmanagements. Es werden folglich Ideen für die Kulturverwaltung der Zukunft und neue, innovative Formen und Verfahren der Kulturförderung gesucht.




Handlungsfeld 4

KUNST UND KULTUR IN         GERA 2030 - BEWÄHRTES      NEU ERFINDEN

Die Stadt Gera steht vor großen Herausforderungen im Kleinen (spezifische Situation vor Ort, z. B. demografischer Wandel, viel Leerstand), aber auch im Großen (Effekte der Globalisierung u. a.). Es werden kulturelle Modellprojekte formuliert, die sich aktiv mit der nachhaltigen Entwicklung der Stadt Gera befassen und innovative Kooperationsmodelle im Hinblick auf die Thematisierung und Bearbeitung der vielen brennenden Fragestellungen suchen. Gleichzeitig sind natürlich anregende Kunst- und Kulturprojekte erwünscht, die sich keinem spezifischen Thema einer kulturellen Stadtentwicklung verschreiben. Besonders interessiert natürlich auch ein zeitgemäßer Umgang mit dem Erbe und den Impulsen von Otto Dix (z. B. Neuauflage der Wanderausstellung 1925 zur Neuen Sachlichkeit nach 100 Jahren).